Du suchst eine Kajabi Alternative, weil der Checkout oder die USD-Rechnung nicht mehr passt. Die meisten wechseln die komplette Plattform und lösen damit das falsche Problem. Hier bekommst du den fairen Vergleich und einen dritten Weg, den kaum jemand rechnet.
Behalte deine Kursplattform und entkopple den Checkout. Kajabi ist als Kursplattform stark, aber der angehängte Standard-Checkout kennt keine Verträge, kein Mahnwesen und keinen Closer-Flow. Für Deals ab 4.000 Euro brauchst du eine eigene Kasse davor.
- Kajabi bleibt eine der besten Kursplattformen, das ist nicht das Problem.
- Der Checkout: USD-Pläne, Recurring-Aufschlag auf Raten, keine Verträge, kein Mahnwesen.
- Plattform-Wechsel kostet Wochen und löst das Checkout-Problem oft nicht.
- Dritter Weg: Kurs auf Kajabi lassen, High-Ticket-Deals über einen eigenen Checkout abschließen.
Wenn du nur Kurse für 49 Euro verkaufst und mit dem Kajabi-Checkout glücklich bist, brauchst du hier nicht weiterlesen.
Für alle anderen: erst der ehrliche Blick auf beide Wege.
Kajabi All-in-One und der entkoppelte Checkout im Vergleich
| Kriterium | Kajabi (alles auf einer Plattform) | Kurs + eigener High-Ticket-Checkout |
|---|---|---|
| Wann es passt | Kurse, Communities, E-Mail aus einer Hand | Angebote ab 4.000 Euro mit Sales-Calls |
| Stärken | Ausgereiftes Kurs-Erlebnis, alles verzahnt | Verträge, Signatur, Mahnwesen, Closer-Flow |
| Grenzen | Standard-Checkout ohne Vertragslogik | Zwei Tools statt einem, einmal Setup |
| Kosten-Modell | USD-Abo plus Payment-Gebühren | Feste EUR-Gebühr, 0 % Umsatzbeteiligung |
Was Kajabi wirklich gut macht
Fangen wir fair an. Kajabi ist eine der rundesten Kursplattformen am Markt. Kurse, Community-Bereiche, Websites und der E-Mail-Versand greifen sauber ineinander.
Wer schon mal drei Tools per Zapier verklebt hat, weiß das zu schätzen. Ein Login, ein System, keine Sync-Fehler. Das spart real mehrere Stunden pro Woche.
Auch die Mitglieder-Erfahrung ist stark. Deine Kunden finden sich sofort zurecht. Das trägt aber nur, solange dein Geschäftsmodell zum angehängten Checkout passt.
Kajabi: Eine All-in-One-Kursplattform für Online-Kurse, Communities, Websites und E-Mail-Marketing mit angehängtem Standard-Checkout. Abgerechnet wird in USD, die Zahlungsabwicklung läuft über das Stripe-basierte Kajabi Payments oder PayPal. Für Selbstkauf-Produkte konzipiert, nicht für vertriebsgeführte High-Ticket-Abschlüsse mit Verträgen und Raten.
Wo es anfängt zu klemmen: die Kosten in USD
Kajabi rechnet in US-Dollar ab. Basic kostet 179 $ pro Monat, Growth 249 $, Pro 499 $. Bei Jahreszahlung sinkt das auf 143 $, 199 $ und 399 $.
Eine EUR-Preisdarstellung gibt es auf der Pricing-Seite nicht. Dein tatsächlicher Preis schwankt also mit dem Wechselkurs.
Bei deinem Volumen ist das Abo selbst Kleingeld. Es nervt trotzdem, weil die Buchhaltung jeden Monat eine andere Zahl sieht. Die teuren Posten stecken ohnehin eine Schicht tiefer.
Dazu kommen die Plan-Limits. Basic erlaubt 5 Produkte und 2.500 Kontakte, Growth 50 Produkte und 25.000 Kontakte. Erst Pro hebt die Produktgrenze komplett auf.
Hier fliegt dir das um die Ohren, wenn deine Liste wächst. Ein Funnel mit 30.000 Kontakten zwingt dich in den Pro-Plan, egal wie viele Produkte du hast.
Ganz unten hängt noch ein kleinerer Einstiegs-Plan. Kajabi nennt ihn Starter, in den Signup-Links taucht er als Kickstarter auf.
Er deckt 1 Produkt und 250 Kontakte ab. Für ein echtes Angebots-Portfolio ist das eine Demo, kein Arbeitsgerät.
Auch Pro ist nicht unendlich. Produkte sind dort unbegrenzt, bei 100.000 Kontakten ist aber Schluss. Für die meisten reicht das, für eine große Liste ist es eine Decke.
Was für Kajabi spricht
- Kurse, Community und E-Mail in einem System, kein Tool-Chaos.
- Ausgereifte Mitglieder-Erfahrung, die Kunden ohne Erklärung bedienen.
- 1 Monat Gratis-Trial zum risikofreien Testen.
Was dagegen spricht
- Abrechnung in USD, Kontakt- und Produkt-Limits je Plan.
- Checkout ohne Verträge, Signatur, Widerrufsverzicht-Flow und Mahnwesen.
- Bei Fremd-Payment-Providern 0,5 bis 5 % plattformeigene Umsatzgebühr.
Kajabi Payments in Europa: die Gebühren im Detail
Kajabi Payments ist Stripe-basiert und in Deutschland und Österreich verfügbar. Abgerechnet wird in EUR. So weit, so ordentlich.
Das offizielle Fee-Sheet für Europa liest sich so. Standard-EEA-Karten kosten 1,5 % + 0,25 Euro, Premium-Karten 1,9 % + 0,25 Euro.
UK-Karten liegen bei 2,5 % + 0,25 Euro. Internationale Karten kosten 3,25 % + 0,25 Euro.
Jetzt kommt der nervige Teil. Auf wiederkehrende Zahlungen kommen zusätzlich 0,7 % je Transaktion. Das gilt für Abos und ausdrücklich auch für Ratenpläne.
Bei einem 24.000-Euro-Deal in 12 Raten zahlst du den Aufschlag also zwölf Mal. Genau auf dem Zahlungsmodell, mit dem High-Ticket üblicherweise verkauft wird.
Dazu kommen Nebenkosten: Disputes 20 Euro pro Fall, Währungsumrechnung plus 2 %, Invoicing plus 0,4 % pro Rechnung, Sales-Tax-Berechnung 0,15 Euro pro Transaktion.
Ein Posten fehlt in den meisten Vergleichen komplett. Instant Payouts kosten 1 Prozent vom Auszahlungsbetrag, mindestens 0,50 Euro. Wer sein Geld nicht im Standard-Zyklus abholt, zahlt also für Tempo.
Noch ein Detail für den DACH-Raum. In der offiziellen Länderliste für Kajabi Payments taucht die Schweiz nicht auf, CHF wird als Währung aber unterstützt.
Wenn ein spürbarer Teil deiner Kunden in der Schweiz sitzt, prüfst du das besser vorher als nach dem ersten Abschluss.
Einzeln alles klein. Zusammen ein Kostenblock, den kaum jemand vorher durchrechnet. An der Stelle verkacken es viele, weil sie nur die Basis-Rate vergleichen.
Fremde Zahlungsanbieter kosten bei Kajabi extra
Du willst lieber dein eigenes Stripe-Konto direkt anbinden? Geht, kostet aber. Kajabi erhebt bei Drittanbieter-Payment-Providern eine plattformeigene Umsatzgebühr.
Die Staffel: 5 % im Starter, 2 % im Basic, 1 % im Growth, 0,5 % im Pro-Plan. Nur PayPal und Kajabi Payments sind davon ausgenommen.
Das ist keine Bosheit, sondern ein bekanntes Plattform-Modell. Trotzdem zahlst du damit doppelt: erst das Abo, dann den Anteil am Umsatz.
Technisch sitzt im Hintergrund ohnehin Stripe. Bindest du dein eigenes Stripe-Konto direkt an, greift die Staffel trotzdem.
Eine Einschränkung gibt es doch. Die Gebühr fällt nur in Ländern an, in denen Kajabi Payments überhaupt verfügbar ist. In Märkten ohne Kajabi Payments kostet ein Fremdanbieter nichts extra.
Für dich in Deutschland heißt das: die Staffel gilt. In Österreich genauso.
Das schlägt spätestens durch, wenn ein einzelner Monat 300.000 Euro Vertragssumme bringt. Selbst 0,5 % sind dann 1.500 Euro. Für eine Gebühr, die bei einem eigenen Checkout schlicht nicht existiert.

Der teure Fehler
Nur den Monatspreis der Plattform vergleichen und die Transaktionsschicht ignorieren. Bei High-Ticket entscheiden Recurring-Aufschläge, Umsatzgebühren und geplatzte Raten über deine Marge, nicht die 179 $ Abo-Kosten. Wer das übersieht, zahlt pro Jahr schnell einen fünfstelligen Betrag zu viel.
Zahlungsarten: was deutschen Kunden fehlt
Kajabi Payments Europa kann Kredit- und Debitkarten, Apple Pay, Google Pay und Klarna. Bei Kunden im DACH-Raum kostet Klarna 2,99 % + 0,35 Euro.
Ein Detail dazu steht nur im Klarna-Hilfeartikel. Klarna funktioniert ausschließlich, wenn dein Kunde im selben Land wohnt wie dein registriertes Unternehmen.
Sitzt der Kunde außerhalb, geht die Zahlung schlicht nicht durch. Ein deutsches Unternehmen kann österreichischen oder Schweizer Kunden also kein Klarna anbieten. Das merkst du erst, wenn im Call jemand danach fragt.
Was im offiziellen Europa-Doc nicht als verfügbar gelistet ist: SEPA-Lastschrift für Endkunden, Rechnungskauf, Sofort und giropay. Also genau die Methoden, die deutsche Käufer bei größeren Summen oft wollen.
Mal ehrlich. Ein 15.000-Euro-Deal wird selten per Kreditkarte in einer Summe bezahlt. Der läuft über Raten, Überweisung oder eine Finanzierung.
Dafür ist dieser Checkout nicht gebaut. Fehlt deinem Kunden im Call die Zahlart, die er gewohnt ist, verlierst du den Abschluss an der Kasse statt am Angebot.
Wie du Ratenmodelle sauber aufsetzt, ohne dich auf eine Karte zu verlassen, steht im Beitrag Ratenzahlung anbieten als Coach: rechtssicher in 5 Schritten.
Sprache und Steuern: der Alltag auf Deutsch
Die Kajabi-Plattform selbst ist englisch. Admin-Bereich und Support laufen auf Englisch, nur kundenseitige Auto-Texte wie das Checkout-Formular lassen sich auf Deutsch umstellen.
Für dich als Operator ist das Gewöhnungssache. Für deine Buchhaltung wird es konkreter. Kajabi kann VAT automatisch berechnen und Belege je Kauf erzeugen.
Aber: Kajabi ist kein Reseller. Du bleibst selbst Steuerschuldner. OSS-Meldung, VAT-Abführung und rechtssichere Rechnung liegen komplett bei dir.
Beide Helfer kosten extra, die Sätze standen weiter oben. Du zahlst also für Steuer-Komfort und trägst die Verantwortung trotzdem selbst. Das ist okay, man muss es nur wissen.
Der blinde Fleck: Verträge, Signatur, Mahnwesen
Jetzt zum Kern. Im offiziellen Help Center und auf der Pricing-Seite ist keine E-Signatur- oder Vertragsfunktion gelistet. Kein Widerrufsverzicht-Flow, keine B2B-Vertragsdokumentation.
Für ein 99-Euro-Produkt ist das egal. Für ein 20.000-Euro-Mandat ist es fahrlässig. Ohne unterschriebenen Vertrag stehst du bei einem Chargeback oder Widerruf ohne Beweismittel da.
Genauso beim Mahnwesen. Ein eigenes Mahnwesen oder eine Inkasso-Anbindung für geplatzte Raten ist in Kajabis Doku nicht vorhanden. Platzt Rate 4 von 12, mahnt niemand automatisch.
Und ja, auf jede dieser Raten fällt die 0,7-%-Recurring-Gebühr an. Du zahlst also den Aufschlag auf ein Zahlungsmodell, das die Plattform bei Ausfall nicht absichert. Wie eine automatisierte Mahnstrecke aussieht, zeigt Mahnwesen automatisieren: offene Raten auf Autopilot.
Die Falle Bei uns lief früher ein 18.000-Euro-Deal in 12 Raten über einen simplen Plattform-Checkout. Nach Rate 5 war die Karte des Kunden abgelaufen. Kein Vertrag mit Signatur, keine Mahnstufe, nur eine Fehlermeldung im Backend, die drei Wochen niemand sah.
Die Lösung Heute läuft jeder Abschluss über einen Checkout mit digitaler Signatur und automatischem Mahnwesen. Platzt eine Rate, geht die erste Mahnung ohne mein Zutun raus, harte Fälle gehen per Klick ins Inkasso. Die offenen 10.500 Euro von damals hätte das System von selbst eingetrieben.
Die echten Kajabi Alternativen, ehrlich sortiert
Du willst Namen sehen. Bekommst du, in einer Minute sortiert.
Teachable und Thinkific sind die internationalen Klassiker. Beide rechnen wie Kajabi in USD ab. Der Kursbereich ist solide, der Checkout bleibt ein Standard-Checkout.
Memberspot und Coachy kommen aus dem DACH-Raum. Deutsche Oberfläche, deutscher Support und deutsche Rechnungen. Für viele Coaches ist allein das der Umzugsgrund.
Dazu kommen die Reseller-Plattformen. Die treten selbst als Verkäufer auf und führen die Umsatzsteuer für dich ab. Bequem, kostet aber eine Umsatzbeteiligung auf jeden Euro.
Jede dieser Optionen ist für den richtigen Fall eine gute Wahl. Nur lösen sie alle dasselbe Problem nicht.
Schau genau hin, was dich eigentlich stört. Der Kursbereich? Selten.
Meistens sind es Kosten und Checkout. Genau die Schicht nimmst du beim Plattform-Wechsel mit.
Denn auch die nächste Kursplattform hängt dir wieder einen Standard-Checkout an. Keine Live-Preissteuerung im Call, keine Verträge, kein Mahnwesen.
Zwei Wochen Migration später hängt also derselbe Standard-Checkout dran. Nur mit anderem Logo. Da verkacken es die meisten, weil sie die Kategorie mit der Kasse verwechseln.
„Kursplattform" und „High-Ticket-Checkout" sind zwei verschiedene Jobs. Ein Tool, das beides perfekt kann, gibt es nicht.
Mythos
Eine Kajabi Alternative muss wieder eine All-in-One-Plattform sein, sonst wird es Chaos.
Realität
Kurs und Kasse zu trennen ist kein Chaos, sondern Arbeitsteilung. Die Kursplattform liefert Inhalte aus, der Checkout schließt Deals ab. Große Vertriebs-Organisationen arbeiten genau so, weil ein spezialisiertes Tool pro Job zuverlässiger ist als ein Generalist.
Der dritte Weg: Kurs behalten, Checkout entkoppeln
So sieht die Trennung konkret aus. Deine Kurse, Community und E-Mails bleiben, wo sie sind. Auf Kajabi, wenn du zufrieden bist.
Davor schaltest du einen eigenen High-Ticket-Checkout. Dein Closer schickt im Sales-Call einen einzigen Link. Dahinter steuert er Preis, Zahlungsart und Aufteilung live, der Kunde sieht jede Änderung sofort.
Der Abschluss läuft mit digitaler Signatur, Zeitstempel und Vertrags-PDF. Ratenzahlung heißt bei CloserCart übrigens Aufteilung und läuft eingebettet über dein eigenes Stripe-Konto. Wie die Signatur rechtlich trägt, liest du in Vertrag digital unterschreiben lassen: So geht es sicher.
Das Geld geht direkt auf deine Konten, ohne Umsatzbeteiligung. Wie das Verbinden konkret läuft, zeigt die Seite Zahlungsanbieter verbinden (eigene Konten, 0 % Umsatzbeteiligung).
Platzt eine Rate, greift das automatische Mahnwesen. Läuft deine Community über Circle, wird der Zugang nach der ersten Zahlung automatisch vergeben. Den Kurszugang bei Kajabi selbst vergibst du weiter wie bisher.
Wenn du das einmal gesehen hast, merkst du's. Der Checkout ist bei High-Ticket kein Formular, sondern ein Teil deines Vertriebs.
Insider-Tipp
Ich entkopple immer zuerst nur das teuerste Angebot. Das Flaggschiff-Programm läuft über den eigenen Checkout, alle Selbstkauf-Kurse bleiben unangetastet auf der Plattform. So testest du den neuen Flow an 5 bis 10 echten Deals, bevor du irgendwas migrierst.
Meistens bleibt es danach genau bei dieser Trennung. Nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil beide Tools dann das machen, wofür sie gebaut sind.
Die Optionen im Überblick
Ganz kurz, bevor wir weitergehen. Hier stehen die realistischen Wege nebeneinander.
Kajabi Alternativen auf einen Blick
| Option | Kategorie | Checkout-Tiefe | Für High-Ticket |
|---|---|---|---|
| Kajabi behalten | All-in-One-Kursplattform | Standard-Checkout | Begrenzt |
| Teachable, Thinkific | Kursplattform international | Standard-Checkout | Begrenzt |
| Memberspot, Coachy | Kursplattform DACH | Standard-Checkout | Begrenzt |
| Kurs + eigener Checkout | Entkoppelt | Verträge, Raten, Mahnwesen | Sehr stark |
Wie sich die Checkout-Anbieter untereinander schlagen, steht ausführlich im Checkout-Plattformen im Vergleich. Für den ThriveCart-Blickwinkel lohnt auch ThriveCart Alternative: der Checkout für High-Ticket im DACH-Raum.
Wie mich ein Wechselkurs-Detail einen Abend gekostet hat
Kurze Geschichte aus dem echten Leben. Ende letzten Jahres saß ich mit einem Kunden am Jahresabschluss. Coaching-Business, richtig gute Monate, der beste lag bei über 400.000 Euro Vertragssumme.
Seine Frage klang harmlos: warum seine Software-Kosten in der BuHa jeden Monat anders aussahen. Wir haben einen ganzen Abend Belege sortiert. Die Antwort war banal und ärgerlich zugleich.
Das Plattform-Abo lief in USD, der Kurs schwankte, dazu kamen Payment-Gebühren in drei verschiedenen Positionen. Abo, Transaktionsgebühren, Recurring-Aufschlag auf die Ratenpläne. Nichts davon stand auf einer einzigen Rechnung zusammen.
Am Ende hatte er die reale Checkout-Schicht nie als eigenen Kostenblock gesehen. Als wir sie zusammenzogen, lag sie im Jahr deutlich über dem, was ein komplettes eigenes Setup gekostet hätte.
Kein Skandal, keine versteckte Abzocke. Nur ein Modell, das für sein Deal-Volumen nie gedacht war. Bei Selbstkauf-Preisen wäre dieselbe Rechnung völlig unauffällig geblieben.
Er hat den Kursbereich übrigens behalten. Nur die Kasse wurde ausgetauscht. Nicht schön, aber lehrreich.
Vergiss den Feature-Vergleich der Kursplattformen
Der Standard-Rat bei „Kajabi Alternative" lautet: vergleiche Kurs-Features. Video-Player, Quiz-Funktionen, Community-Module. Ich halte das für die falsche Metrik.
Dein Kurs-Player verdient kein Geld. Er liefert aus, was der Vertrieb verkauft hat. Ob ein Quiz-Modul etwas hübscher ist, ändert deinen Monatsumsatz um genau null Euro.
Die bessere Metrik ist die Netto-Auszahlung pro abgeschlossenem Deal. Also Vertragssumme minus Gebühren, minus geplatzte und nie gemahnte Raten. Diese Zahl bewegt sich über die Checkout-Schicht, nicht über die Kurs-Features.
Deshalb: bewerte Kursplattformen nach Lern-Erlebnis und den Checkout nach Abschluss-Sicherheit. Zwei Jobs, zwei Bewertungen. Wer beides in einer Tabelle mischt, wählt am Ende mittelmäßig auf beiden Seiten.
Was ich in den ersten 7 Tagen tun würde
Kein Mammut-Projekt. Eine fokussierte Woche reicht, um die Trennung zu testen, ohne irgendwas zu migrieren.
- Alle Kajabi-Kosten eines Quartals zusammenziehen: Abo, Payment-Gebühren, Recurring-Aufschläge.
- Entscheiden, welches Angebot ab 4.000 Euro zuerst über den eigenen Checkout läuft.
- Eigenes Stripe-Konto im neuen Checkout verbinden und eine Test-Zahlung durchspielen.
- Vertrag mit digitaler Signatur hinterlegen und selbst einmal komplett durchklicken.
- Aufteilungs-Optionen und Mahnstufen für das Angebot einrichten.
- Die Übergabe testen: Zahlung eingegangen, Kurszugang beim Kunden angekommen.
- Den ersten echten Deal im Sales-Call über den neuen Link abschließen.
Dein Kajabi-Account bleibt die ganze Woche unangetastet. Genau das ist der Punkt. Du testest die Kasse, nicht die Kursplattform.
Bevor du irgendwas kündigst oder migrierst
- Echte Gesamtkosten der Checkout-Schicht pro Jahr ausgerechnet.
- Mindestens einen echten Deal über den entkoppelten Checkout abgeschlossen.
- Vertrag, Signatur und Mahnstufen einmal komplett im Test durchlaufen.
- Übergabe vom Checkout an die Kursplattform einmal komplett durchgespielt.
- Erst danach entschieden, ob der Kajabi-Plan wechselt oder bleibt.
Quellen
- Kajabi Pricing (offiziell)
- Kajabi Payments Fees: Europe (Kajabi Help Center)
- Getting Started With Kajabi Payments: Europe (Kajabi Help Center)
- How Klarna Works With Kajabi Payments (Kajabi Help Center)
- Kajabi Payments Processing Fees (Kajabi Help Center)
- Change a site language (Kajabi Help Center)
- Kajabi & deutsches Steuerrecht (Glasse Marketing)
Häufige Fragen zu Kajabi Alternativen
Ist Kajabi für den deutschen Markt geeignet?
Teilweise: Kajabi Payments ist in Deutschland und Österreich verfügbar und rechnet in EUR ab. Die Plattform selbst bleibt aber englisch, auf Deutsch schalten lassen sich nur die kundenseitigen Auto-Texte. Typisch deutsche Zahlarten wie SEPA-Lastschrift für Endkunden oder Rechnungskauf listet das offizielle Europa-Doc nicht.
Was kostet Kajabi wirklich pro Monat?
Basic 179 $, Growth 249 $, Pro 499 $ pro Monat, bei Jahreszahlung 143 $, 199 $ und 399 $, jeweils in USD. Dazu kommen Payment-Gebühren ab 1,5 % + 0,25 Euro pro Kartenzahlung, plus 0,7 % auf jede wiederkehrende Zahlung. Bei Fremd-Providern fallen 0,5 bis 5 % Plattform-Umsatzgebühr an.
Übernimmt Kajabi meine Umsatzsteuer?
Nein: Kajabi berechnet VAT zwar automatisch und erzeugt Belege, ist aber kein Reseller. Die Steuerschuld bleibt bei dir, ebenso OSS-Meldung und rechtssichere Rechnung. Die Steuer-Berechnung kostet zudem 0,15 Euro pro Transaktion extra.
Muss ich Kajabi kündigen, um CloserCart zu nutzen?
Nein, das ist gerade der Punkt der Entkopplung. Deine Kurse und Communities bleiben auf Kajabi, nur der High-Ticket-Abschluss läuft über den eigenen Checkout mit Vertrag, Signatur und Aufteilung. Den Kurszugang vergibst du danach weiter wie gewohnt.
Hat Kajabi digitale Vertragsunterzeichnung oder Mahnwesen?
Nein, beides fehlt. Weder die Pricing-Seite noch das Help Center führen eine Signatur- oder Vertragsfunktion, und einen Widerrufsverzicht gibt es dort ebenfalls nicht. Für geplatzte Raten dokumentiert Kajabi weder eine eigene Mahnstrecke noch eine Inkasso-Anbindung.
Verbinde deine eigenen Zahlungsanbieter, ohne Kajabi aufzugeben
Mit CloserCart bindest du Stripe, PayPal, AffiliCon oder Ablefy direkt an und schließt High-Ticket-Deals mit Vertrag, Signatur und Aufteilung ab. Ab 49 Euro pro Monat, 0 % Umsatzbeteiligung.
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